Donnerstag, 4. Dezember 2008

Ein Leserbrief kommt selten allein ...



Virun 2 Wochen war an der Chambre de sougenannten Jugendkonvent deen 2 mol all Joer an vun der CGJL organiseiert get. An deenen flotten Débatten gin emmer aktuell politesch Themen ugeschwat an et soll een der Jugend en objektiv Informatiounen matt op de Wee gin.

Dëss Kéier war et dann och normal dass giff iwwert iwwert den Dossier Stierwhellef geschwat gin. Dozou war en Atelier aberuff gin, deen den Hubert Hausemer als Expert geleed huet.

Da su munches an deem Atelier menger Meenung no onglécklech verlaf ass hun ech folgengen Leserbréif an mengem eegenen Numm geschriwwen, well mech gewess Äusserungen wieklech opt d'Palm gedriwwen hun:

Leserbrief : Die Sterbehilfegegner, Märchen und NS-Vergleiche.

24.11.2008

Dass so manch ein Sterbehilfegegner noch immer Probleme hat das demokratische Votum vom 19. Februar zu respektieren ist ja bekannt. Eine neue Dimension christlich-sozialen Unfugs bekamen vergangenen Freitag jedoch die TeilnehmerInnen des Jugendkonventes in der Chambre des Député-e-s zu spüren. In einer Arbeitsgruppe über aktuelle politische Themen wurde hitzig über das Thema Sterbehilfe debattiert. Als Experte war Hubert Hausemer, einer der „Chefhetzer“ gegen den Gesetzesvorschlag Err-Huss geladen. Hausemer verzichtete während der Präsentation auf Powerpoint mit der Begründung er sei „konservativ und reaktionär“, und behauptete einige Minuten später er „habe die Kappe des Unabhängigen auf“. An seiner Seite hatte sich inzwischen die Abgeordnete Marie-Josée Frank eingefunden.

Als dann Herr Hausemer seine Folien austeilte mit „Argumenten pro und kontra Euthanasie und Palliativpflege“ war mal wieder alles klar: Die alte Wort- und Bistumstaktik der Sterbehilfegegner in der man mit Pseudoargumenten und Märchen die Menschen verwirrt. Zwei dieser Pseudoargumente für die aktive Sterbehilfe brachte Herr Hausemer („der mit der Kappe des Unabhängigen“) unter die Jugendliche: „Tötung ist nicht gleich Mord, wie z. B bei Euthanasie oder bei „gerechtem Krieg“. Da dies vielen Jugendlichen auf den Magen schlug wurde eifrig nachgehakt ob er unter gerechtem Kriege vielleicht die blutigen Kreuzzüge der katholischen Kirche meine? Das zweite Argument war noch menschenverachtender „Euthanasie ist billiger als lange Palliativpflege“. Was im Übrigen nicht stimmt. Medikamentenkosten zwecks Schmerzbekämpfung sind die gleichen bis zu dem Punkt, wo einerseits die „palliative terminale Sedierung“ einsetzt und auf der anderen Seite die medikamentöse aktive, direkte Sterbehilfe.

Doch auch Frau Frank war inzwischen auf Hochtouren: Die Abgeordnete hatte bei der Debatte des Gesetzesvorschlag am 19. Februar bekanntlich die Proposition de loi Err-Huss mit dem national-sozialistischen Euthanasieprogramm verglichen. Auf meine Frage hin, ob sie sich nicht von solchen Äußerungen distanziere (als deutscher PolitikerIn hätte man wohl den Anstand gehabt zu demissionieren) meinte Frau Frank sie stehe noch immer voll und ganz hinter ihren Aussagen.

Später warf sie einfach so in die Runde dass sie oft in Pflegeheimen für behinderte Kinder unterwegs sei und dass diese Kinder „auch“ voller Lebensfreude seien. Dies hatte auch keiner der TeilnehmerInnen anders gesagt, Frau Frank wollte wiederum ihre Überzeugung, die Proposition de loi würde genau wie das NS-Programm „gesunde Kinder und demenzkranke Menschen abspritzen“ zum Ausdruck bringen.

Die Äußerungen von Frau Frank und die Wahrheitsverzerrungen von Herr Hausemer sind absolut unerhört! Menschen die wiederholt einen durchdachten Gesetzesvorschlag mit einer menschenverachtenden und perversen Praxis der Nationalsozialisten vergleichen, sollten sich ernsthaft Gedanken machen ob sie nicht vielleicht besser hätten ihr Platz auf dem Krautmarkt einem anderen zu überlassen...

Philippe Schockweiler

PS: Ich versuche mich im Wahrsagen und sehe voraus, dass das Luxemburger Wort diese Zuschrift genauso wenig abdrucken wird, wie die zahlreichen anderen Leserbriefe die das Sterbehilfegesetz nicht verteufeln.

Dass d' aktiv Stierfhellef en Thema ass wat stark polariséiert ass jo mettlerwéilem kengem e Geheimnis méi. Or, war ech erstaunt dass puer Deeg mi spéit, en offiziellen Pressecommuniqué vun der CGJL den Wee an méng Mailbox fonnt huet, deen main perséinlecht Schréiwwen staark kritiséiert:


Stellungnahme zum Artikel: Die Sterbehilfegegner, Märchen und NS-Vergleiche Print E-mail
Written by CGJL
28. November 2008

Die Organisatoren des Jugendkonvents, möchten sich hiermit deutlich von den von Herrn Schockweiler gemachten Aussagen distanzieren. Scheinbar hat Herr Schockweiler, der als Moderator eines anderen Workshops zunächst einmal in der Arbeitsgruppe Euthanasie überhaupt nichts verloren hatte, das Konzept des Projektes "Jugendkonvent", sowie der betreffenden Arbeitsgruppe nicht verstanden. Zudem sind die von Herrn Schockweiler angeführten Vergleiche und verdrehten Tatsachen widersprüchlich und abscheulich.
Der Jugendkonvent, der von der Conférence Général de la Jeunesse (CGJL) regelmäßigig in Zusammenarbeit mit anderen Organisationen und Institutionen organisiert wird, soll Jugendlichen die Möglichkeit geben sich zu bestimmten Themen zu informieren, zu diskutieren und ihre Meinung zum Ausdruck zu bringen. Die in den Arbeitsgruppen ausgearbeiteten Forderungen werden in einer Plenarsitzung den anwesenden Abgeordneten präsentiert und mit ihnen diskutiert.
Die Arbeitsgruppe zu den aktuellen Themen"Doppelte Staatsbürgerschaft, Finanzkrise und Euthanasie", war vor allem als informativer Workshop angekündigt worden. Dieser sollte jungen Menschen, die sich ihre Meinung zu diesen Themen noch nicht definitiv gebildet haben, oder jenen, die sich zusätzliche Informationen beschaffen wollten, die Mölichkeit geben, dies in einer 1,5 stündigen Sitzung in Anwesenheit eines Experten zu dem jeweiligen Thema zu tun. Es sollte bereits aus Respekt vor den Teilnehmern, die sich auf eine informative Arbeitsgruppe gefreut hatten, keinesfalls eine Tribüne für parteipolitische Machtkämpfe werden. Zudem ist Euthanasie ein sehr persönliches Thema, bei dem jeder das Recht haben sollte sich in Auseinandersetzung mit seiner eigenen Herkunft, seiner religiösen Einstellung und seiner Erfahrung, seine eigene Meinung zu bilden.

Herr Hausemer ist als Experte für den Arbeitsbereich "Euthanasie" bewusst aufgrund seiner langjährigen Erfahrung als Philosophieprofessor ausgewählt worden. Seinen Standpunkt hat Herr Hausemer der CGJL nie verheimlicht. Er hat darüber hinaus dem pädagogischen Personal der Jugendkonferenz in einem ersten Gespräch die Entscheidung Überlassen, seine Kompetenz in Bezug auf eine generelle Einführung in die Thematik, abzuschätzen. Von Herrn Hausemer wurde ganz klar eine neutrale Darstellung beider Argumentationsseiten gefordert und der Inhalt gemeinsam mit ihm als Experten geplant. Herr Hausemer war, so das Feedback der Workshopteilnehmer, somit tatsächlich mit der "Kappe des Unabhängigen" in der Arbeitsgruppe und hat eine Liste mit gängigen Argumenten beider Seiten (pro und contra) vorgelegt. Bis zur präzisen Nachfrage hat er seine eigene Position dabei nicht offenbart. Zudem spielt der persönliche Standpunkt von Herr Hausemer diesbezüglich keine Rolle, da, wie wir wissen, jeder Mensch ein Recht auf seine eigene Meinung hat, solange er nicht versucht sie anderen aufzudrängen. Wenn wir zudem schon von Neutralität sprechen, so sollte sich Herr Schockweiler zunächst einmal an die eigene "Kappe" fassen.

Wir schlagen Herrn Schockweiler, der auch im Exekutivbüro der Jugendkonferenz vertreten und somit über die Ausarbeitung laufender Projekte informiert ist und durchaus die Möglichkeit hat, sich aktiv einzubringen, vor, sich in Zukunft an der Planung des Jugendkonvents zu beteiligen, anstatt die Arbeit des Personals und der Organisation, der er selber angehört, sowie der Partner öffentlich zu untergraben.
Sandra Britz, Pädagogin der CGJL
Tania Matias, Vize-Präsidentin der CGJL, Moderatorin des Workshops
Patrick de Rond, Präsident der CGJL


Dozou e puer Iwwerleeungen vun ménger Sait:
Schon iergendwéi komesch hun ech et fonnt dass ech op déi Art a Wéis vun der CGJL, enger Organisatioun där ech selwer ugehéieren, sou scharf kritiséiert gouf.
Uffanks hat ech et och e bessi matt der Angscht ze din kridd, well dach taatsächlech riets ass vun den "Organisatoren des Jugendkonvents" déi sech vun mengen Aussoen distanzéieren, wat giff souvill bedaiten wéi dass all Jugendorganisatioun vun Letzebuerg méng Aussoen net richteg giff fannen respektiv "abscheulich". Deem war awer net sou... Anscheinend brauch een bei der CGJL fir sou en offiziellen Communiqué, wu een en eegenen Member winst sénger perséinlecher Iwwerzeegung ugraifft, net sain eegenen Buro Exécutif ze froen. Dofir war kuerz no desem Communiqué d'Empörung riesen grouss. (an daat net nemmen bei ménger Organisatioun mee bei aaneren och.)

- Zum Virworf "ech hätt naischt an deem Workshop verluer":
Et stemmt dass ech ageschriwwen war als Moderateur vum Grupp "Kannerrechter". Wi moies awer och d Mme Frank an méngem Grupp soutz an sech schon "gefreet" huet op den Grupp Euthanasie hun ech mer geduecht et waer wichteg sech di Meschung Frank&Hausemer am ultimativen Tag-Team nokucken ze goen. Ech hun mech dun oofgemellt bei menger Expertin (di domadder keen Problem hat) an bei der Sekretärin vum Grupp, wat jo nierwenbai och Generalsekretärin vun der CGJL ass. (well d' Sekretärin leider moies verhennert war, hat ech moies d Moderatioun- an d Sekretärsarbecht iwwerholl.)
Ech war also op offizieller Sait "entschellegt" wann een dat su soen kann...

- Een aaneren Punkt deen ech awer och nach kuerz unschnéiden well ass deen vum Toun vun den 3 Signatairen: Ech hun zu kéngem, absolut kéngem Moment an méngem perséinlechen Leserbréif d' CGJL, hieren Präsident, hier Vize-Präsidentin oder hier Pädagogin ugegraff. Weder hun ech den Fonktionnement vun der Organisatioun bemängelt oder hinnen firgeworf se wären onstransparent...
Ech hun "just" dem Herr Hausemer sengen machiavellesch an mettelalterlesch Philosophien opgezielt an firun allem, wéi den Titel et och seet mech iwwert d' honorabel Mme. Marie-Josée Frank opgereegt, déi als Députéiert all Chance ze notzen schéngt fir d' Gesetz zur aktiver Stierfbegleedung matt dem "Euthanasie" Programm vun den Nationalsozialisten ze vergleichen. (Op RTL.lu war en Leserbréiff nozeliersen vun engem Här deen dat anscheinend normal fennt dass een déi Meenung kann hun...)
Zu Letzebuerg kann een sech vill erlaben, besonneg vill... dat bewéist z.B. all Daag ons gréissten Zeitung, di am Numm vun "Wahrheit und Recht" anachronisteg an verdréinten Vue'en verbreed...

Ech mengen ech kéint nach e Bicherband schréiwwen mee dat ass et net dowaert - deen Kuch ass fir mech giess. Ech hun eng déck Haut, an war net getéckt mee éischter freet et mech, dass een sou verfollegt gett an engem séng Saachen nach gelies gin. Et gett also héich Zait sech vun den klerikalen Colliquen(wi main Kolleg Manuel Huss emmer seet) deenen monarchegen Nevrosen zouzewenden...well hai ass och eng kromm an der Héck... :)

Weider Ergänzungen zum Thema:
Puer Gedanken vum Indymedia-Letzebuerg Journalist P. Kleeblatt:
http://www.indymedia-letzebuerg.net/index.php?option=com_content&task=view&id=13683&Itemid=26

Kommentare:

  1. Wat erward een sech och wann de Präsident vun der CGJL, d'Homepage vun euthanasie.lu géreiert?

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